|
|
Färben von Mohair (Batiken)
Jedem, der besonders von mehrfarbigen Fellen (wie bicolor oder gespritztes
Mohair) fasziniert ist, ist sicher auch schon mal der Gedanke des Färbens
durch den Kopf gegangen.
Was braucht man nun, um sich ein Fell in seinen Wunschfarben zu färben?
- Stoff
- Zum Färben eignen sich Gewebe aus Baumwolle, Leinen sowie Mischgewebe
bis max. 20% Kunstfaseranteil (darunter fällt auch Mohair) mit
heller Grundfärbung wie weiß oder helles gelb. Der Stoff
sollte größer sein als er später benötigt wird,
da er beim Färbevorgang bis zu 10% einlaufen wird.
- Farbe
- Ich habe gute Erfahrungen mit der Batik-Farbe von Marabu (Marabu leicht
& bunt) gemacht. Die gibt es in vielen verschiedenen Farbtönen
und ist in der Handhabung recht einfach. Will man beispielsweise mit
mehreren Farben färben, so kann man direkt im Anschluß an
das Ausspülen des ersten Färbegangs mit dem Färbevorgang
einer weiteren Farbe beginnen.
- Gefäß
- Für das Färben sollte man ein Gefäß aus Plastik
verwenden, in dem der Stoff anschließend relativ frei im Farbsud
schwimmen kann. Ein kleiner Eimer oder eine Plastikschüssel sind
gut geeignet. Gefäße aus Metall sollte man nicht benutzen.
- Kochlöffel
- ... oder ähnliches. Er dient dem Umrühren und Eintunken
des Stoffes in den Farbsud. Verwendet man einen Holzlöffel, sollte
man dabei bedenken, dass man ihn hinterher nicht mehr zum Kochen verwenden
kann.
- (Synthetik-)Faden
- ... oder dünner Gummieschlauch, Wäscheklammern, Stein ...
. Die Benutzung von Faden, Gummieschlauch oder anderem sind abhängig
von der jeweiligen Batiktechnik, die man anwenden will. Der Faden wird
beispielsweise bei der Abbindetechnik verwendet. Ich benutze eine 2mm
Drachenschnur, da diese angenehm reißfest ist. Weitere Techniken
sind beispielsweise Schlauchtechnik, Klammertechnik, Steintechnik und
Knautschtechnik.
Der Ablauf des Färbens:
-
Mohair läßt sich im Prinzip genauso zum Batiken vorbereiten
wie normaler Stoff. Man kann also die bekannten Batik-Techniken (von
der Wachs-Technik mal abgesehen) anwenden. Natürlich sollte man
dabei vorsichtiger vorgehen, damit man den Flor nicht beschädigt
(versehentliches Ausreißen). Ich werde den Färbevorgang mit Hilfe
der Abbindetechnik vornehmen.

Hat man den Stoff nach eigenem Geschmack abgebunden, so wird er mit
lauwarmen Wasser naß gemacht. Der Stoff kann so später die
Farbe besser aufnehmen.
- Die Farbe wird nach Herstellerangaben angesetzt. Ich habe dazu die
angegebene Menge kochendes Wasser in einen kleinen Plastikeimer gegeben
und anschließend die Farbe und den Fixierer (bei Marabu Farbe
Salz) eingerührt. Bei manchen Farben benötigt der Fixierer
ein extra Bad. Zum Rühren habe ich einen alten Holzkochlöffel
geopfert.
- Der präparierte Stoff kommt nun in das Färbebad. Dort verbleibt
er die angegebene Zeit. Wichtig ist, daß der Stoff im Farbsud
ab und zu bewegt wird. Will man mit mehreren Farben färben, spült
man den Stoff nach dem ersten Färbegang aus (bei extra Fixierband
wird an dieser Stelle noch nicht fixiert!) und beginnt dann mit dem
nächsten Färbegang. Zwischen den beiden Färbevorgängen
kann man die Schnürung teilweise oder ganz lösen, damit die neue
Farbe an die ungefärbten Stellen gelangt. Die ausgesparten Bereiche
nehmen dann ausschließlich die zweite Farbe an, während der
restliche Stoff ein Mischfärbung aus beiden Farben erhält.
Will man von der ersten Farbe Bereiche nicht mit einer anderen Farbe
überfärben, so kann man auch eine neue Schnürung vornehmen.
Ich färbe immer erst mit dem dunkleren Farbton und anschließend
mit einem helleren. So bekommen die ausgesparten Bereiche die helle
Färbung und der restliche Stoff behält die dunkle Farbe, da
das Überfärben mit helleren Farben nicht sehr stark ausfällt.
Der Phantasie sind da jedoch keine Grenzen gesetzt.
- Nach dem letzten Färbegang wird der Stoff ausgespült bis
das Wasser klar bleibt. Mohair sollte man immer mit lauwarmen Wasser
ausspülen, da der Flor beim Spülen mit kaltem Wasser stumpf
werden kann. Benutzt man eine Farbe, die ein extra Fixierbad benötigt,
so ist nun das Fixieren an der Reihe. Machmal hilft auch das Spülen
mit Essigwasser zum zusätzlichen Fixieren.
Der gefärbte Mohair wird beim Verarbeiten immer ein wenig abfärben.
Will man dem entgegenwirken, kann man den fertig gefärbten Stoff
mit einem speziellen Wollwaschmittel vorsichtig waschen.
Mohairstoff sollte man niemals wringen. Will man also das Wasser aus
dem Stoff bekommen, so sollte man den Stoff lieber in die Waschmaschine
geben und ihm bei geringster Schleuderleistung anschleudern.
Zum Trocknen den Sroff mit der Florrichtung aufhängen. Nie Bügeln,
auch wenn der Stoff vielleicht etwas knitterig wirkt.
Bei der Verabeitung des gefärbten Stoffes muß man nun darauf
achten, dass der Stoffrücken nicht mehr so fest ist wie zuvor.
So weit also zum Färben. Mir macht es viel Spaß, so daß
ich nur jedem empfehlen kann, es einmal selber auszuprobieren.
Diesen Text als Pdf:
|
|